Ziele des Abschlussportfolios

Das Abschlussportfolio der Waldorfschulen ist auf eine breite Dokumentation der Kompetenzen und waldorfspezifischen Unterrichtsinhalte hin angelegt und wird am Ende der 12. Klasse vergeben. Das Abschlussportfolio bezieht sich auf die gesamte Oberstufe und verfolgt das erklärte Ziel, die insbesondere während der Oberstufe erbrachten schulischen Leistungen des Schülers so zu dokumentieren, dass sein individuelles Kompetenzprofil in Erscheinung tritt. Dadurch möchte man nicht nur dem breiten Lernangebot einer Waldorfschule gerecht werden, sondern auch eine transparente und ganzheitliche Beurteilung der Handlungskompetenzen des Schülers ermöglichen – über seine schulischen Leistungen hinaus. Damit verbinden die Waldorfschulenweitreichende Erwartungen und Ziele, u.a. das Ziel, auf diesem Weg zu einem allgemein anerkannten Waldorfschul-Abschluss zu kommen.

In einem Abschlussportfolio sollen zunächst einmal Dokumente u.a. über wichtige Handlungssituationen (z.B. Praktika, Schauspiel, Projektarbeiten, Jahresarbeit) der letzten Schuljahre gesammelt und hinsichtlich der sich darin ausdrückenden Handlungskompetenzen ausgewertet werden. Dabei ist es nicht erstrebenswert sämtliche Kompetenzen eines Schülers im Sinne einer vollständigen Selbstdarstellung sichtbar machen zu wollen. Die Schüler müssen vielmehr lernen, sich selbst gezielt darzustellen, so dass sie in ihrer Persönlichkeit erkennbar werden. Hier kann das Abschlussportfolio eine Hilfe sein, um einen individuellen Bildungslebenslauf und die eigenen Stärken zu dokumentieren. Die Schüler erfahren dabei neue Sinnbezüge durch das, was sie im Zusammenhang mit Schule getan, erlebt und gelernt haben. Ihre Erfahrungen und inneren Entwicklungsschritte sind gefragt, nicht nur ihr Wissen und ihre intellektuellen Fertigkeiten. Schließlich müssen sie lernen, mit Kompetenzbegriffen umzugehen.
Das Abschlussportfolio soll im Rahmen von Schule neben dem Erwerb von Fach- und Methodenkompetenzen die sozialen und personalen Kompetenzen sichtbar machen und nachweisen sowie den individuellen Bildungslauf dokumentieren:

  • damit die Schüler selbst ihr Lernverständnis erweitern, aktiv (Mit-)Verantwortung gerade für die persönlichkeitsbildende Seite ihres Bildungsprozesses übernehmen, sich selbst und ihre Fähigkeiten besser und realistischer einschätzen können (z. B. auch im Hinblick auf Fragen der Berufswahl) und damit lernkompetent werden;
  • damit alle am Prozess Schule Beteiligten die Aufgabe der Förderung von Handlungskompetenzen verstehen, ernst nehmen, überprüfen und damit aktiv weiterentwickeln können, so dass das Thema Persönlichkeitsbildung bzw. Entwicklung von Handlungskompetenzen innerhalb der Schule an Bedeutung zunehmen kann;
  • damit die Institutionen, die Schüler aufnehmen, besser beurteilen können, was diese können, und zwar auch auf für diese Einrichtungen wirklich relevanten Gebieten.

 

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Inhalt des Abschlussportfolios

 
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